Bienenwachs statt Plastik

Frischhaltefolie gehört zur Standardausstattung vieler Haushalte: Eine angeschnittene Melone, der Käseteller vom Brunch oder das Pausenbrot werden – zack, zack – eingewickelt und bleiben frisch. Doch, was passiert mit dem Stück Kunststoff, nachdem man die Reste und die Brotzeit verzehrt hat? Es wird weggeworfen.

Plastik ist ein Umweltproblem

10 Millionen Tonnen Kunststoff haben die Deutschen im Jahr 2015 laut Bundesumweltamt verbraucht. Zwischen 2013 und 2015 ist der Kunststoff-Verbrauch leider auch nicht zurückgegangen, sondern sogar um mehr als 4 Prozent angestiegen. Rund die Hälfte davon wurde energetisch verwertet, also verbrannt. Plastik wird aus der endlichen Ressource Erdöl hergestellt und wir müssen nicht nur deshalb seinen Verbrauch deutlich einschränken.

Kunststoff schadet aber auch der Gesundheit

Bei Frischhaltefolien lohnt sich eine Alternative doppelt, denn bestimmte Weichmacher in Plastik lösen sich besonders bei fettreichen Lebensmitteln wie Käse und Wurst noch besser. Sie belasten den Körper mit hormonverändernden Stoffen, die zu Unfruchtbarkeit oder Übergewicht und sogar Krebs führen sollen.

Stück für Stück Plastik aus dem Alltag verbannen

Das Plastikproblem muss man auf politischer, staatlicher und internationaler Ebene bekämpfen. Doch auch jeder Einzelne kann etwas tun. Einige Blogger – wie Shia von Wastelandrebel.com, Nadine Schubert von besser-leben-ohne-plastik.de oder Sandra Krautwaschl von keinheimfürplastik.at verbannten Plastik so weit aus ihrem Leben, dass sie sogar "Zero Waste" erzeugen: Ihr Müll eines ganzen Jahres passt meist sogar in ein Einmachglas.

Dass auch eine junge Familie mit deutlich weniger Müll klarkommen kann, hat unser Autor Jan Bojaryn bei seinem Selbstversuch gezeigt: Er lebte fast zwei Wochen lang weitgehend ohne Müll.

Und unsere Autorin Rike Uhlenkamp hat einige wunderbare Rezepte aufgeschrieben, wie man Plastik zumindest aus dem Badezimmer verbannen kann. Ihre Tipps und Tricks für selbstgemachte Kosmetik verhindern auch, dass ihr euch sogenanntes Mikroplastik auf die Haut schmiert. Auch das ein Bestandteil konventioneller Kosmetik – oder eurer Zahnpasta – der für eure Gesundheit mindestens so schädlich ist wie für die Umwelt.

Aber kommen wir nun zum Übeltäter in der Küche: Unsere Leserin Felicitas Sörensen hat uns ihre Anleitung für Bienenwachstücher verraten, vielen Dank dafür!

Für Bienenwachstücher braucht ihr:

  • Stoffreste in verschiedenen Größen
  • Bienenwachs oder Reste von Bienenwachskerzen
  • evtl. eine Zick-Zack-Schere
  • evtl. etwas Pflanzenöl
  • ein Bügeleisen

So macht ihr eure Bienenwachstücher zum Frischhalten von Speisen:

Im Netz gibt es verschiedene Tipps, wie man das Bienenwachs später mit dem Stoff verbinden könnte: im Backofen, im Topf, mit dem Bügeleisen. Felicitas empfiehlt aber die Methode mit dem Bügeleisen. „Damit kann man das Wachs am besten dosieren und dank energiesparendem Bügeleisen finde ich diese Art auch effektiv.“

Als spätere Frischhalte-Tücher verwendet man Stoffstücke, die man sich vorher in der Wunschgröße zurechtgeschnitten hat. Wenn man eine Zickzackschere zur Hand hat, ist das gut für eine schöne Form. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm. Durch das Wachs kann der Stoff nicht ausfransen. Ökologisch sinnvoll ist es natürlich, Stoffreste zu verwenden. Allerdings sollten sie appetitlich aussehen, da man sie ja später für Lebensmittel verwendet.

Jedes Stoffstück legt man auf Backpapier. Darauf verteilt man dann gleichmäßig mit der Vierkantreibe geriebenes Bienenwachs. Es eignen sich auch Wachsreste von Bienenwachskerzen.

Darauf legt man dann wieder Backpapier und bügelt anschließend darüber, bis das Wachs geschmolzen ist und das Wachs gleichmäßig verteilt ist. Das Wachs trocknet sehr schnell. Das Tuch ist daher innerhalb von wenigen Minuten abgekühlt und fertig zur Benutzung.

Wem das Tuch dann zu starr ist und wer es ein wenig geschmeidiger, biegsamer haben möchte, der verteilt vor dem Bienenwachs ganz geringe Mengen Sonnenblumenöl oder Kokosöl auf dem Tuch. Dazu benutzt man am besten einen Backpinsel, denn so kann man das Öl besonders sparsam einsetzen.

Auch ohne Öl lässt sich das Bienenwachstuch aber mit den Händen etwas erwärmen und wird dadurch weich und biegsam.

Schöner Nebeneffekt: Das Tuch riecht schön nach Bienenwachs. Da macht das Benutzen gleich noch mehr Spaß, findet Felicitas.

 

Habt ihr auch praktische Tipps und Tricks für den Öko-Alltag? Wir freuen uns immer über eure Ideen, Rezepte und Anleitungen. Schreibt uns doch an online@oe-mag.de

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