So baut ihr eure eigene Wurmkiste

Kompostieren in der eigenen Wohnung? Es heißt: kein Problem mit Würmern! Inga hat's für die neue Ö-Ausgabe ausprobiert und verrät hier die Anleitung für den Wurmkistenbau.

  1. Text/Fotos: Inga Schörmann
Inga Schörmann vor ihrer selbstgebauten Wurmkiste aus Holz.

Ich wohne mit meiner Familie in einem Mehrfamilienhaus, das keine Biotonne und keinen Garten für einen Kompost hat. Eine Entscheidung der Bewohner lange vor unserer Zeit, hat unser Vermieter gesagt. Wir wollten keinen Streit anzetteln, aber auch auf keinen Fall unseren Biomüll in die Restmülltonne werfen. Die Lösung: eine Wurmkiste.

Es gibt ziemlich Schicke zu kaufen, etwa hier. Leider sind solche aus Holz nicht gerade Schnäppchen – insbesondere wenn man Wurmkompostieren erstmal ausprobieren möchte – und die aus Plastik sind eben, ja, aus Plastik. Mit Inspiration aus den Weiten des Internets habe ich mir ein eigenes Design ausgedacht. Falls ihr es nachbaut, freue ich mich sehr!

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Materialien

Materialien

Das braucht ihr:

  • 8 Bretter in der Größe 14x40 cm, unbehandelte und nicht gehobelte Schalbretter sind im Baumarkt am günstigsten
  • 8 Bretter in der Größe 14x25 cm
  • 12  Kanthölzer mit einer Länge von etwa 10 cm
  • 4 Kanthölzer mit einer Länge von ca. 20 cm für die Füße
  • 3 mal engmaschiger (0,5x0,5 cm) Kaninchendraht in der Größe 45x30 cm
  • 2 mal Teichfolie in der Größe 45x30 cm
  • Akkuschrauber und Schrauben mit Senkkopf
  • Seitenschneider
  • Handtacker
  • nicht im Bild und optional: 6 Griffe, Ablassventil oder -hahn, Schleifpapier
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Kanthölzer anbringen

Kanthölzer anbringen

Als ersten Schritt habe ich jeweils zwei der Kanthölzer an die längeren Bretter geschraubt. Der Abstand zum Rand muss dabei so groß sein wie die Brettstärke. Bei mir waren das knapp zwei Zentimeter. Die Kanthölzer sollten auf der einen Seite ein Stück über den Rand des Brettes hinaus reichen (bei mir ca. 1,5 Zentimeter). Durch sie könnt ihr die einzelnen Kisten später fest ineinander stellen.

So wird es später aussehen:

Auch die längeren Kanthölzer schraubt ihr auf diese Weise an zwei der längeren Bretter. Sie werden später die Füße der Wurmkiste. Achtet darauf, dass ihr nach obenhin genug Platz lasst, damit die Kanthölzer der Kiste, die später obenauf gesetzt wird, nicht anstoßen.

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Kiste zusammenschrauben

Kiste zusammenschrauben

Dann bringt ihr die kurzen Bretter an. Wenn ihr wollt, dass man die Schrauben von außen nicht sieht, könnt ihr zwei Schrauben (quasi von innen) durch die Kanthölzer in die kürzeren Bretter schrauben. Je nach Akkuschraubergröße wird das allerdings spätestens bei der letzten Ecke schwierig. Gegebenenfalls müsst ihr dann doch durch das längere Brett hindurch schrauben.

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Teichfolie antackern

Teichfolie antackern

Nun die Kiste mit Füßen mit Teichfolie auskleiden. Darin sammelt sich später der sogenannte Wurmtee, den man prima als Dünger für Zimmerpflanzen nutzen kann. An den Rändern möglichst dicht Heftklammern antackern, damit die Würmer später nicht durch kleine Lücken abhauen.

Mein Plan war es, in diese untere Box noch ein Ventil (nach diesem Vorbild) oder einen Hahn anzubringen, um den Tee ablassen zu können. Leider habe ich bisher nichts Passendes auftreiben können. Vielleicht habt ihr ja aber mehr Glück.

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Gitter anbringen

Gitter anbringen

Nun mit dem Handtacker am unteren Ende der übrigen Kisten den Kaninchendraht anbringen. An den Ecken müsst ihr etwas friemeln. Hier seht ihr, wie ich es gelöst habe:

Als Alterative für einen Deckel habe ich eine der drei Kisten zusätzlich mit Teichfolie ausgekleidet, kleine Löcher reingestochen, damit Wasser ablaufen kann, und darin Küchenkräuter gepflanzt.

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Griffe anbringen

Griffe anbringen

An die kurzen Seiten der drei oberen Kisten habe ich Griffe angeschraubt. Man braucht sie nicht unbedingt, aber sieht schick aus oder? Allerdings waren sie auch das Teuerste an der gesamten Kiste. Ohne sie haben mich die Materialien für die gesamte Kiste insgesamt nur knapp 40 Euro gekostet.

Wie mein Selbstversuch gelaufen ist und was es mit der Wurmkiste auf sich hat, lest ihr übrigens in der aktuellen Ö-Ausgabe rund ums Thema „Fleisch“.

Inga Schörmann
Inga ist eine ökologisch und feministisch motivierte Wortklauberin – im besten Sinne. Weder sprachliche Ungenauigkeiten noch gesellschaftliche Ungerechtigkeiten entgehen unserer leitenden Redakteurin. Allerdings entwischen ihr immer wieder Würmer aus der Wurmkiste. Daran arbeitet sie noch. Mehr ...

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