Weniger von allem, bitte!

Nicht so viel kaufen, Zeit sinnvoll verwenden und den ganzen Papierkram endlich ordnen. Diese sechs Tipps helfen euch dabei.

  1. Autorin: Svenja Sgodda
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The Minimalism Game

The Minimalism Game

Eine besondere Herausforderung für alle angehenden Minimalisten haben sich die amerikanischen Blogger Joshua Fields Milburn und Ryan Nicodemus ausgedacht: The Minimalism Game. Die Regeln sind denkbar einfach: An Tag 1 muss ein Gegenstand den Haushalt verlassen, an Tag 2 sind es schon 2 usw. Wer die 30 vorgeschlagenen Tage durchhält, hat so binnen eines Monats seinen Besitz um 465 Dinge erleichtert. Nicht weniger radikal ist auch die Idee einer Packing Party. Statt gezielt zu entscheiden, was nicht mehr gebraucht wird, wird hier der gesamte Hausstand wie bei einem Umzug in Kisten verpackt. Aus diesem Vorrat darf nur entnommen werden, was wirklich vermisst wird. Alles andere, so Fields Milburn und Nicodemus, ist schlussendlich Ballast, der uns einschränkt.

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Unterwegs ohne Geld

Unterwegs ohne Geld

Coffee to go, Zeitschriften, Teelichter - kein noch so kleiner Gang ohne nicht mindestens ein neues Teil zu kaufen, das erst in der Handtasche und dann in der Wohnung landet. Ein simpler Trick hilft das eigene Bewusstsein für solche Spontankäufe zu schulen: mit leerem Portemonnaie unterwegs sein. Ohne Geld verlieren die kleinen Versuchungen schnell ihre Anziehungskraft und lenken unseren Blick auf die schönen Dinge, die nichts kosten.

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Konsumfasten

Konsumfasten

Einfach mal den Pauseknopf zu drücken, um dem eigenen Kopf eine Auszeit von der Konsumwelt zu gönnen, ist für viele der erste Schritt in Richtung Minimalismus. Seit einigen Jahren mehren sich Berichte über Projekte wie Konsumfasten, Konsumauszeit oder shopping bans und auch Organisationen wie Kirche und Umweltverbände rufen dazu auf, für einen bestimmten Zeitraum der Einkaufswelt den Rücken zuzukehren. Vorgemacht haben diesen Lebensstil zum Beispiel die Kanadierin Cait Flanders oder die Wienerin Nunu Kaller, die für ein Jahr keine neuproduzierte Kleidung kaufte. Beide haben ihre Auszeiten inzwischen beendet, treten aber überzeugt für einen reflektierten und nachhaltigen Konsum ein.

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Klarheit im Badezimmer

Klarheit im Badezimmer

Untersuchungen gehen davon aus, dass jeder Deutsche tagtäglich mit 2.500 bis 10.000 Werbebotschaften bombardiert wird. Während wir außerhalb unserer eigenen vier Wände nur wenig Einfluss auf die Anzahl der Konsumaufrufe haben, können wir zumindest innerhalb unseres Zuhauses für Werbefreiheit sorgen. Mit wenigen Tropfen Öl und Wasser lassen sich beispielsweise Etiketten von Duschgel, Shampoo und Lotion von den Flaschen ablösen und schaffen so ein bisschen zusätzliche Ruhe für Kopf und Augen im Badezimmer.

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, reduziert am besten die Anzahl der Cremes, Seifen und Kosmetik und kauft vor allem solche Produkte, die direkt ohne Verpackung daherkommen. Überzählige Produkte finden etwa als Spende an Frauenhäuser, im Freundeskreis oder in einem Körbchen auf der Toilette des Arbeitgebers ein neues Zuhause.

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Zeit statt Dinge schenken

Zeit statt Dinge schenken

Was schenkt man denn bitte einem Minimalisten? Eigentlich ganz einfach: Erinnerungen, Zeit und Verzehrbares. Unter dem Namen „Zeit statt Zeug“ hat Michael Volkmer vor einigen Jahren eine Initiative gestartet, mit der ein Zeichen gegen den Klimawandel und den zunehmenden Stress im Alltag gesetzt werden soll. Auf der gleichnamigen Internetseite finden sich mittlerweile zahlreiche Ideen für Präsente, die gemeinsame Zeit statt Konsum in den Vordergrund rücken: "Waldluft statt Parfüm“, „Zoobesuch statt Stofftier“ und „Kochabend statt Kochbuch“.

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Erinnerungen nicht verstauben lassen

Erinnerungen nicht verstauben lassen

Wie viele Bilder ein Kind während seiner Kindergarten- und Schulzeit produziert, ist zwar noch nicht erfasst worden. Eins steht aber fest: Niemand kann alle Werke des eigenen Nachwuchses aufheben. Besonders empfiehlt sich daher eine Erinnerungskiste, in der die gesammelten Kunstwerke einen festen Platz haben. Ist die Kiste voll, muss erst etwas aussortiert werden, bevor ein neues Teil hineinpasst. So bleibt die Menge nicht nur überschaubar, sondern auch das Anschauen macht viel mehr Spaß. Klappt übrigens auch prima für Erwachsene, die gerne Eintrittskarten, Postkarten und ähnliches aufheben.

Svenja Sgodda
„Vermisst du nichts?“ – Wenn Svenja erzählt, dass sie kein Wohnzimmer hat und im letzten Jahr viermal umgezogen ist, fallen die Reaktionen meist ähnlich aus. Seit drei Jahren ist die Psychologiestudentin und Bloggerin Minimalistin. Aber sie besitzt immer noch mehr als 100 Dinge und hat erst einmal etwas aussortiert, was sie vermisst – ein Buch mit persönlichen Notizen. Mehr ...

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